Aktuelles

Prof. Dr. Nicole Deitelhoff übernimmt Vorsitz des Gremiums zur Aufarbeitung der Antisemitismusvorfälle der Documenta fifteen

2. August 2022

Wie die Gesellschafter der documenta und Museum Fridericianum gGmbH gestern bekannt gegeben haben, wird ein Gremium bestehend aus sieben Wissenschaftlerinnen die Aufarbeitung der Antisemitismusvorfälle der Documenta fifteen in den kommenden Monaten fachwissenschaftlich begleiten. Prof. Nicole Deitelhoff, Co-Sprecherin von „ConTrust“, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts „Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung“ (HSFK) und geschäftsführende Sprecherin des „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ), übernimmt den Vorsitz des Gremiums. Die Wissenschaftlerinnen sind zuständig für die erste Bestandsaufnahme der Abläufe, Strukturen und Rezeptionen rund um die documenta fifteen, sollen Empfehlungen für die Aufarbeitung geben und erörtern, welche Aspekte einer vertieften wissenschaftlichen Analyse bedürfen. Außerdem werden sie bei der Analyse möglicher weiterer antisemitischer Bildsprache und Sprache sowie bereits als antisemitisch identifizierten Werken beraten.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst: Hier…


ConTrust begrüßt die vier neuen Principal Investigators Christine Laudenbach, Tobias Singelnstein, Jonas Wolff und Lisbeth Zimmermann

20. Juli 2022

Prof. Dr. Christine Laudenbach, Prof. Dr. Tobias Singelnstein, Prof. Dr. Jonas Wolff und Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann gehören nun der Forschungsinitiative „ConTrust“ als Principal Investigators an. Das beschloss die Mitgliederversammlung durch ihre Wahl am 19. Juli 2022. Prof. Dr. Christine Laudenbach ist derzeit Inhaberin der Professur Household Finance am Leibniz-Institut für Finanzforschung SAFE. Prof. Dr. Tobias Singelnstein ist seit dem 1. April 2022 Professor für Strafrecht und Kriminologie am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität, Jonas Wolff wurde am 22. März auf die Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung & Lateinamerika der Goethe-Universität berufen. Ebenso seit Frühjahr 2022 ist Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann Inhaberin der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Institutionen und Friedensprozesse.
Die Mitgliederversammlung beschloss des Weiteren die Aufnahme weiterer Assoziierter Mitglieder. Dazu zählen der Sozialpsychologe Prof. Dr. Rolf van Dick, die Filmwissenschaftlerin Prof. Laliv Melamed, PhD und der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Vesting.


Neuerscheinung „The Law of Global Digitality“, herausgegeben u. a. von Alexander Peukert und Indra Spiecker gen. Döhmann

13. Juli 2022

Dass das Internet ein rechtsfreier, ungeordneter und anarchischer Raum ist, ist eine verbreitete Einschätzung, die so nie gültig war. Tatsächlich sind rechtliche und anderweitige Normen im Kontext digitaler Technologien immer relevant gewesen und werden zunehmend wichtiger. Nur: Wie sieht die digitale Ordnung aus, die aus den verschiedenen, potentiell auch widersprüchlichen Normen entsteht?
Dieser Frage widmet sich der Sammelband „The Law of Global Digitality“, der von Matthias C. Kettemann, Alexander Peukert und Indra Spiecker gen. Döhmann herausgegeben wurde. 

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Die Geschichte des Verhältnisses von Recht und dem Internet begann mit exzeptionalistischen Sichtweisen, die den Regierungen sowohl die Fähigkeit zum Regulieren des Internets absprachen als auch dessen Notwendigkeit bestritten. Diese Forderung hatte nicht lange bestand; heute prägen Hierarchien von Onlineplattformen, Gatekeepern und staatlichen Rechtsvorgaben das Internet. 
Gleichwohl bleibt die Frage nach dem genauen Verhältnis von digitalen Technologien und dem Recht weiterhin eine wichtige, insbesondere, da die Digitalisierung keineswegs als abgeschlossen gelten kann.
In „The Law of Global Digitality“ wird dieses Verhältnis näher ausgelotet. Der Band, der als Open Access veröffentlicht wurde, vereint dazu zehn Sichtweisen zum Thema, die sich in fünf Teile gliedern. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf intellektuellem Eigentum, Datenschutz, Medienrecht und Kriminalrecht. Die Fragestellung des Buches geht zurück auf ein Forschungsprojekt im Forschungsverbund Normative Ordnungen.

Weitere Informationen zum Buch: Hier…

Vortrag der Philosophin Nancy Fraser über Kapitalismus als Gesellschaftsform

20. Juni 2022

Klima-, Wirtschafts-, Demokratie-Krise: Die bedeutende US-amerikanische Philosophin Nancy Fraser betrachtet die „überwältigenden Probleme“ unserer Gegenwart als miteinander verwoben. Sie seien allesamt von ein und demselben gesellschaftlichen System verursacht worden, meint Fraser – vom Kapitalismus.
Über die Hintergrundbedingungen des Kapitalismus und darüber, wie sich soziale Bewegungen gegen ihn verbünden könnten, spricht die bedeutende Philosophin in einem Vortrag unter dem Titel „Three Faces of Capitalist Labor: Uncovering the Hidden Ties between Gender, Race, and Class“ am 23. Juni 2022, 18:15 Uhr, Hörsaalzentrum, Hörsaal 3, Campus Westend.

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Fraser hat in den letzten Jahren an einer Kapitalismustheorie gearbeitet, die sich nicht nur für Ökonomie im engen Sinne interessiert. Kapitalismus begreift und analysiert sie nicht lediglich als Wirtschaftsform, sondern als ein komplettes Gesellschaftssystem. Als Voraussetzungen für eine profitable kapitalistische Wirtschaft identifiziert sie drei Typen von Arbeit: die ausgebeutete Lohnarbeit der Arbeiterklasse, enteignete Arbeit, verrichtet vor allem von rassistisch stigmatisierten Menschen, und Care-Arbeit, erledigt vor allem von Frauen. Fraser möchte nun zeigen, welche Zusammenhänge zwischen diesen Formen bestehen.
Nancy Fraser ist derzeit Professorin für Politikwissenschaften und Philosophie an der New School in New York. Sie ist bekannt für ihre Werke über Gerechtigkeitskonzepte und ihre Kritik an Identitätspolitik und liberalem Feminismus.
Der Vortrag findet statt auf Einladung der Kolleg-Forschergruppe Justitia Amplificata, des Forschungsverbunds Normative Orders, des Clusterprojekts ConTrust und der Leibniz Forschungsgruppe Transnationale Gerechtigkeit. Die Einführung spricht Prof. Dr. Rainer Forst.

“Power in Uncertainty: Exploring the Unexpected in World Politics” – Vortrag von Prof. Peter J. Katzenstein im Rahmen der ConTrust Speaker Series

23. Mai 2022

Am Mittwoch, dem 1. Juni 2022, trägt der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Peter J. Katzenstein in der ConTrust Speaker Series unter dem Titel „Power in Uncertainty: Exploring the Unexpected in World Politics“ vor.
Der Vortrag baut auf Katzensteins Buch „Protean Power. Exploring the Uncertain and Unexpected in World Politics” (Cambridge University Press 2018) auf, in dem er von der in den Internationalen Beziehungen vorherrschenden Annahme abrückt, dass die Welt von kalkulierbaren Risiken auf der Grundlage von Machtschätzungen beherrscht wird. Demgegenüber führt Katzenstein das Konzept der „proteanischen Macht“ ein, das sich auf die Agilität der Akteure bei der Anpassung an Situationen der Unsicherheit konzentriert.

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Prof. Peter J. Katzenstein ist Walter S. Carpenter Jr. Professor für Internationale Beziehungen an der Cornell University in Ithaca und forscht an der Schnittstelle von Internationalen Beziehungen und vergleichender Politikwissenschaft zu Fragen politischer Ökonomie, Sicherheit und Kultur in der Weltpolitik. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen auf der Politik der Zivilisationen und Regionen in der Weltpolitik, auf Macht und der deutschen und europäischen Politik. Im Jahr 2020 wurde er zum 26. Träger des Johan-Skytte-Preises ernannt.
Die Vortrag von Prof. Peter J. Katzenstein findet am Mittwoch, dem 1. Juni 2022, um 16.15 Uhr sowohl online über Zoom als auch vor Ort im Gebäude „Normative Ordnungen“ (Max Horkheimer Str. 2, 60323 Frankfurt am Main) in Raum EG 01 auf dem Campus Westend statt. Um Anmeldung an office@normativeorders.net wird gebeten.
Weitere Informationen zum Programm der Reihe: Hier…

Frauen in den Wirtschaftswissenschaften weltweit weiterhin unterrepräsentiert

2. Mai 2022

Frauen sind in vielen akademischen Berufen und Positionen unterrepräsentiert. In der Studie „Underrepresentation of women in the economics profession more pronounced in the United States compared to heterogeneous Europe“ ist jetzt der Frauenanteil in den Wirtschaftswissenschaften untersucht worden. Dabei stellt sich heraus, dass weltweit lediglich jede vierte Professur der Disziplin durch eine Frau besetzt ist. Im Nachwuchsbereich ist das Verhältnis ausgeglichener, dort beträgt der Frauenanteil 37%.
Während Untersuchungen dieser Art bisher vor allem einzelne Länder in den Blick nahmen, ermöglicht der weltweite Fokus dieser Studie, die von ConTrust PI Guido Friebel gemeinsam mit Emmanuelle Auriol, Alisa Weinberger und Sascha Wilhelm durchgeführt wurde, auch regionale Vergleiche. Dadurch lassen sich einige überraschende Unterschiede feststellen.

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So ist zum Beispiel das Geschlechterverhältnis in Europa etwas ausgeglichener als im weltweiten Durchschnitt während vor allem die USA den geringsten Anteil von Frauen aufweisen, sowohl generell aber vor allem bei den höheren Positionen. Zudem zeigen die Ergebnisse der Studie, dass insbesondere an den forschungsstarken Hochschulen, der Frauenanteil niedrig ist – so ist der Frauenanteil bei den 100 nach Forschungsoutput bestplatzierten Universitäten im Vergleich zum Gesamtset der jeweils 300 besten Universitäten in Europa 3 und in den USA 5 Prozentpunkte geringer.
Den größten Frauenanteil in Bezug auf alle Positionen konnten die Forschenden in Australien und Neuseeland ausmachen; dort betrug er 35%, gefolgt von 32% in Europa, 34% bei den restlichen Ländern und 27% in Nordamerika. Beim Blick auf Europa wird allerdings auch klar, dass vor allem die skandinavischen Länder sowie Rumänien, Polen und Spanien den Schnitt deutlich heben, während der Anteil zum Beispiel in Deutschland geringer ist.
Die Autorinnen und Autoren diskutieren in ihrer Studie auch einige Gründe für die eher schleppende Angleichung des Geschlechterverhältnisses in den Wirtschaftswissenschaften. So zeige sich ein enger Zusammenhang zwischen den Ergebnissen und den in der jeweiligen Gesellschaft vorherrschenden allgemeinen Einstellungen. Weitere Faktoren seien die Organisationskulturen der Hochschulen, institutionelle Regelungen und Anforderungen in den jeweiligen Berufungsverfahren, welche auch zu Selbstselektion führen könnten.
Die Untersuchung ist zu Beginn des Monats in „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht worden. Untersucht wurden insgesamt 238 Universitäten und Business Schools, mit insgesamt mehr als 34.000 Personen. Die Daten wurden mittels eines Web-Scraping-Algorithmus gewonnen, welcher die Webseiten der Universitäten durchsuchte; danach wurden sie anhand einer Analyse der Vornamen sowie durch Gesichtserkennung klassifiziert. Im Anschluss sind die Daten im Kontakt zu den Universitäten verifiziert worden.

Mehr zur Studie: Hier…
Zur Veröffentlichung: Hier…

“Algorithms, Uncertainty and Risk” – Virtuelle Ringvorlesung im Sommersemester 2022

21. April 2022

Wie Individuen und Gruppen sich zukünftig verhalten, war lange Zeit geprägt von rechtlichen und institutionellen Vorgaben und individuellen Erfahrungen. Seit der sogenannten „algorithmischen Wende“ jedoch werden individuelles und Gruppenverhalten konsequent in großem Stil ausgewertet und Zukunft auf Basis von Wahrscheinlichkeiten und Statistiken gestaltet. Damit wird Zukunft einerseits vorhersehbarer; andererseits wird sie aber auch anfälliger für Ereignisse, die von solchen Vorhersagen nicht erfasst werden – zum Beispiel, weil sie zu selten auftreten oder durch Zufälle bedingt sind. Gleichzeitig ändert sich die Kontrolle (rechtlicher) Entscheidungen, denn sie muss nun die Entscheidungsfindung stärker im Blick haben.

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Damit verbundenen Fragen und Themen werden sich insgesamt sieben Vorträge in der Ringvorlesung „Alorithms, Uncertainty and Risk“ widmen. Zum Auftakt der Reihe wird am 4. Mai 2022 Prof. Dr. Haya Shulman, Professor für Informatik (Goethe-Universität Frankfurt) zum Thema: “ State of cybersecurity and overview of the challenges for Germany“ vortragen. Zu den weiteren vortragenden Expert*innen gehören Prof. Dr. Tobias Singelnstein (Goethe-Universität Frankfurt, Professor für Kriminologie), Prof. Kiel Brennan-Marquez (UConn School of Law, Associate Professor of Law), Prof. em. Dr. Helga Nowotny (ETH Zurich, Professorin em. für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsforschung), Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Professor em. für Staats- und Verwaltungswissenschaft), Prof. Dr. Juliane Engel (Goethe-Universität Frankfurt, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Unterricht) und Prof. Dr. Jürgen Beyerer (Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Professor für Interaktive Echtzeitsysteme).
Die Ringvorlesung wird veranstaltet von der Forschungsinitiative ConTrust, dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und den Frankfurter Gesprächen zum Informationsrecht des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Umweltrecht, Informationsrecht und Verwaltungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Organisiert und konzipiert wurde sie von Prof. Christoph Burchard (Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbunds „Normative Orders“) und Prof. Indra Spiecker gen. Döhmann (Professorin für Öffentliches Recht, Informationsrecht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaft der Goethe-Universität).
Die Reihe dieses Semesters schließt inhaltlich an die vorangegangenen Ringvorlesungen „Algorithmen zwischen Vertrauen und Kontrolle„ und „Algorithmen und die Transformation von Demokratie“ an.

Weitere Informationen: Hier…

„Regionales Forschungszentrum – Transformations of Political Violence (TraCe)“ untersucht ab April Ursachen, Dynamiken und Effekte politischer Gewalt

1. April 2022

Das weltweite Konfliktgeschehen hat an Intensität wieder zugenommen. Globalisierung und technologischer Wandel ermöglichen neue Formen kriegerischer und terroristischer Gewalt. Welchen Effekt haben diese Entwicklungen auf politische Gewalt? Wie kann politische Gewalt von internationalen Institutionen begrenzt oder aber legitimiert werden? Wie wird sie gedeutet und gerechtfertigt? Diesen Fragen widmet sich das interdisziplinäre Verbundprojekt „Regionales Forschungszentrum – Transformations of Political Violence (TraCe)“, in dem fünf hessische Forschungsinstitute zusammenarbeiten. An dem Zentrum, das im April seine Arbeit aufnimmt, sind das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), die Goethe-Universität Frankfurt mit der Forschungsinitiative „ConTrust – Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“, die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Philipps-Universität Marburg und die Technische Universität Darmstadt beteiligt. Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit ca. 5,2 Mio. Euro gefördert.

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Zielsetzung des Verbundvorhabens ist es, die Konsequenzen gegenwärtiger Gewalttransformationen für den innergesellschaftlichen und internationalen Frieden zu identifizieren und Strategien zur Eindämmung politischer Gewalt zu entwickeln.
 
Von Seiten der Goethe-Universität, die mit 900.000 Euro gefördert wird, sind Prof. Dr. Astrid Erll, Prof. Dr. Hanna Pfeifer (zugleich ConTrust), Prof. Dr. Constantin Ruhe und Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann am Verbundprojekt beteiligt. Sie forschen insbesondere in den ersten drei Forschungsfeldern zu Formen, Institutionen und Interpretationen politischer Gewalt. Darüber hinaus sind drei der vier leitenden Wissenschaftler*innen der HSFK, Prof. Dr. Christopher Daase, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff und Prof. Dr. Jonas Wolff, ebenfalls Mitglieder der Goethe-Universität und der Forschungsinitiative „ConTrust“.
 
„Gerade der russische Krieg in der Ukraine zeigt, wie Vertrauensverlust zu Krieg und Krieg zu weiterem Vertrauensverlust führt. In keinem Krieg zuvor ist so explizit mit dem Einsatz von Nuklearwaffen gedroht worden. Mit diesen Drohungen werden nicht nur internationale Absprachen verletzt, dass Nuklearwaffen nur defensive Waffen sind und ein Nuklearkrieg niemals geführt werden dürfe, sondern es wird auch das Vertrauen in die Stabilität nuklearer Abschreckung untergraben. Insofern hat die Kriegführung in der Ukraine unmittelbare Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen den Staaten und auf die internationale Stabilität. Die Frage, wie (und ob überhaupt) nach diesem Krieg wieder zu kooperativem Verhalten zurückgekehrt und neues Vertrauen aufgebaut werden kann, wird Teil des TraCe-Forschungsprogramm der nächsten Jahre sein“ so Professor Daase.

Dass insbesondere Gewaltkonflikte ein Kontext sind, im Rahmen dessen sich die Frage nach der (Möglichkeit und Grenzen der) Entstehung und Erhaltung von Vertrauen verschärft stellt, nimmt auch Hanna Pfeifer zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen. In ihrer Forschung widmet sie sich bewaffneten Konflikten im Nahen Osten und Nordafrika. Sie interessiert sich einerseits für die Frage, was mit politischem und epistemischem Vertrauen unter Bedingungen wechselnder Herrschaft und staatlicher wie nicht-staatlicher Gewalt in Konfliktgebieten passiert. Andererseits, untersucht sie im Arbeitspaket zum Formwandel politischer Gewalt mit ihren Kolleginnen, welchen Einfluss die zunehmende Internationalisierung dieser Kriege auf Konflikt- und Vertrauensdynamiken unter sowie zwischen beteiligten Akteuren und der Bevölkerung hat.
 
Das Verbundprojekt geht auf eine bundesweite Ausschreibung des BMBF zur Förderung und Weiterentwicklung von Forschungsverbünden im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung zurück.
 
Weitere Informationen: Hier…
Zur ausführlichen Meldung der Goethe-Universität: Hier…

Tagung „Das vermessene Leben. Transformationen der digitalen Gesellschaft“ am 1. und 2. Juli 2022

31. März 2022

Wie verändert die Digitalisierung die Arbeits- und Lebenswelt? Wie wirkt sie sich auf das Verhältnis zum Selbst, zum Körper und zu anderen aus? Und welche sozialen und psychischen Folgen haben digitales Messen und Vergleichen? Fragen wie diese stehen im Zentrum der interdisziplinären Tagung „Das vermessene Leben. Transformationen der digitalen Gesellschaft“, die am Freitag, 1. Juli, und Samstag, 2. Juli 2022 am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main stattfindet.

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Sie wird veranstaltet von Vera King, Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität und Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt, zudem Principal Investigator der Forschungsinitiative ConTrust, Benigna Gerisch, Psychoanalytikerin und Professorin für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse an der International Psychoanalytic University Berlin sowie Hartmut Rosa, Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Universität Jena und zugleich Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt. Zu den Referierenden gehören u.a. Armin Nassehi (München), Indra Spiecker gen. Döhmann (Frankfurt, ConTrust), Philipp Staab (Berlin), Jürgen Straub (Bochum) und Judy Wajcman (London).

Weitere Informationen und Programm: Hier…
Zur Pressemeldung (PDF): Hier…

Jonas Wolff auf Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung der Goethe-Universität berufen

29. März 2022

Jonas Wolff, Assoziiertes Mitglied der Forschungsinitiative „ConTrust“ und Vorstandsmitglied des Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) wurde am vergangenen Montag auf die W3-Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung, Fokus Lateinamerika, am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt berufen. Es ist die erste Berufung der Forschungsinitiative „ConTrust“ mit dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.

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Jonas Wolff (Jahrgang 1975) ist Vorstandsmitglied und Leiter des Programmbereichs „Innerstaatliche Konflikte“ am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und war zuvor Privatdozent an der Universität Kassel. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Transformation politischer Ordnungen, Contentious Politics, internationale Demokratieförderung und die Politik Lateinamerikas. Jonas Wolff ist darüber hinaus Direktoriumsmitglied des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts (Instituto CAPAZ) in Bogotá und Mitglied des Forschungsnetzwerks External Democracy Promotion (EDP).

Nicola Fuchs-Schündeln in die Leopoldina aufgenommen

24. März 2022

Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, Ph.D., Inhaberin des Lehrstuhls für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität und Principal Investigator der Forschungsinitiative „ConTrust“ und des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“, ist als Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaft Leopoldina aufgenommen worden. Eine zentrale Aufgabe der Leopoldina ist die Beratung von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu aktuellen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Fragen. Im letzten Jahr hat Nicola Fuchs-Schündeln bereits an der Erstellung des Gutachtens „Konsequenzen der Corona-Pandemie für Strukturwandel und Wirtschaftspolitik vor dem Hintergrund europäischer und globaler Verflechtungen“ der Leopoldina mitgewirkt.

Zur ausführlichen Meldung der Goethe-Universität: Hier…


„Political Trust“ – Vortrag von Kevin Vallier am 16. Februar 2022

2. Februar 2022

Eine Standardannahme der Forschung ist, dass Vertrauen und Konflikt im Gegensatz zueinander stehen und sich gegenseitig ausschließen. In der ConTrust Speaker Series wird diese Annahme in Frage gestellt und nach der Dynamik von Vertrauen und Konflikt in verschiedenen Kontexten des sozialen Lebens gefragt. Am 16. Februar 2022 wird um 18.15 Uhr Kevin Vallier in der Reihe sprechen und einen Vortrag zu über „Political Trust“ halten.

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Kevin Vallier ist Associate Professor of Philosophy an der Bowling Green State University, wo er das Programm für Philosophie, Politik, Wirtschaft und Recht leitet. Valliers Forschungsinteressen liegen vor allem in den Bereichen politische Philosophie, Ethik, Religionsphilosophie und Philosophie, Politik und Wirtschaft (PPE). Zu seinen Büchern gehören „Liberal Politics and Public Faith: Beyond Separation“ (Routledge 2014), „Must Politics Be War? Restoring Our Trust in the Open Society“ (Oxford UP 2019), und „Trust in a Polarized Age“ (Oxford UP 2020). Sein nächstes Buch wird sich mit religiösen Antiliberalismen befassen und trägt den vorläufigen Titel All the Kingdoms of the World (Oxford UP 2023).

Weitere Informationen zur Veranstaltung: Hier…

„Visible Evidence“. Dokumentarfilm und die Krise der Demokratie

9. Dezember 2021

Wie reagiert der Dokumentarfilm auf die aktuelle Krise der Demokratie? Mit diesem Thema setzen sich vom 14. bis zum 18. Dezember mehr als 300 internationale Wissenschaftler:innen, Filmemacher:innen und Künster:innen auseinander. Die Veranstaltung „Visible Evidence“ findet als Hybridveranstaltung im Künstlerhaus Mousonturm und dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt.  

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Durch die Geschichte des Dokumentarfilms zieht sich der Begriff der Krise wie ein roter Faden: Schon die ersten Dokumentarfilmemacher:innen in den 1920er und 1930er Jahren reagierten mit ihren Filmen auf kritische Zustände in ihrem Land. Wie geht der Dokumentarfilm heute damit um: mit den Folgen der Globalisierung, dem Klimawandel und der Migration, mit der Gesundheitskrise und der Transformation der Wirtschaft? Prägt er unsere Wahrnehmung und wenn ja, wie? Kann er theoretisch und praktisch dazu beitragen, notwendige Räume und Denkweisen für eine lebendige Demokratie zu verteidigen? Braucht er dazu neue politische, soziale und formale Möglichkeiten?
Um diese Fragen geht es in der fünftägigen internationalen Konferenz mit Diskussionen, Screenings, Workshops und Vorträgen, die das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft (TFM) der Goethe-Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Forschungsinitiative ConTrust, dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und dem Künstlerhaus Mousonturm und dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum vom 14. bis zum 18. Dezember ausrichtet. Die Veranstalter haben die Tagung im Hybrid-Format auch als öffentliche Veranstaltung konzipiert, da sie Dokumentargeschichte als ein Instrument der öffentlichen Meinung verstehen.
Der Blickwinkel der Vorträge ist so weit wie das Feld der mehr als 300 angekündigten Teilnehmer:innen aus Europa, Asien, den USA und Südamerika: Das audiovisuelle Erbe Afrikas und die Kolonisierung gehören ebenso zu den Themen wie Spuren von Traumata in Kolonialarchiven, der Arbeiterfilm, Umwelterzählungen im Dokumentarfilm aus Osteuropa und Amateurfilme von Jugendlichen aus den US-amerikanischen Inner-Cities der 1960er Jahre. Die internationale Ausrichtung ist seit der Gründung von „Visible Evidence“ vor 28 Jahren Programm: „Visible Evidence“ ist ein Netzwerk von Künstler:innen, Kurator:innen, Filmemacher:innen und Wissenschaftler:innen aus über dreißig Ländern, die sich mit aktuellen Fragen des Dokumentarfilms auseinandersetzen und zur nicht-fiktionalen Medienkultur selbst wichtige Beiträge leisten. Seit 1993 findet „Visible Evidence“ jedes Jahr an einem anderen Ort statt, mittlerweile auch jedes Jahr auf einem anderen Kontinent. Nach Montreal, Sao Paulo, Buenos Aires, Stockholm, Los Angeles und Bochum ist „Visible Evidence XVII“ in Frankfurt die zweite deutsche Ausgabe der Tagung. Insgesamt wurde „Visible Evidence“ bereits 26 Mal veranstaltet.
Die Konferenz ist als hybride Veranstaltung (unter 2G-Bedingungen) geplant. Alle Veranstaltungen haben einen Zoom-Raum bzw. sind per Livestream zu besuchen, und die meisten Veranstaltungen werden aufgezeichnet. 
Zu den Förderern und Partnern der 27. „Visible Evidence“-Konferenz gehört die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Graduiertenkolleg „Configurations of Film“, der Forschungsverbund „Normative Orders“, das Clusterprojekt „ConTrust“, die Freunde und Förderer der Goethe-Universität, das Goethe-Institut, das Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, die Hessische Film- und Medienakademie, die Johanna Quandt-Universitäts-Stiftung und die Stadt Frankfurt. 


Ringvorlesung „Algorithmen und die Transformation von Demokratie“ untersucht im kommenden Semester die Einflüsse der Digitalen Revolution auf politische Systeme

28. Oktober 2021

Algorithmen werden in unserer Lebenswirklichkeit immer bedeutsamer und dabei auch zunehmend politisch. Auch und gerade in unseren Demokratien sorgen sie für einen Formwandel politischer Macht und Ordnung. Sie sind – im Guten wie im Schlechten – dazu in der Lage, Einfluss auf unsere politischen Systeme zu nehmen, sie zu stabilisieren, zu transformieren und auch zu erschüttern. Schon deshalb bedürfen sie der demokratischen (Mit-)Gestaltung. Hoffnungen auf mehr Demokratizität, Flexibilität und grenzüberschreitender Sozialität stehen insofern Befürchtungen ökonomischer Überwachung, diskriminierender Klassifikation, digitaler Entmündigung und data illteracy gegenüber.

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Den damit verbundenen Fragen und Themen werden sich insgesamt sieben Vortragende in der Ringvorlesung „Algorithmen und die Transformation von Demokratie“ des Wintersemesters 2021/22 beschäftigen. Die Reihe dieses Semesters schließt thematisch an die vorangegangenen Ringvorlesungen „Machtverschiebungen durch Algorithmen“ und „Algorithmen zwischen Vertrauen und Kontrolle“ an.
Die Veranstaltungen werden online über Zoom stattfinden und beginnen standardmäßig 18.00 Uhr; mit der Ausnahme des 10. Februar 2022, an dem die Vorlesung „Maps to the Future: 3D Animation Models and the Speculative Operation“ von Dr. Laliv Melamed (Goethe-Universität) schon um 17.00 Uhr beginnt. Die erste Vorlesung der Reihe wird am 2. November 2021 Prof. Dr. Johannes Buchmann, Professor für Informatik und Mathematik (TU Darmstadt) zum Thema: „Mehr Demokratie in der Digitalisierung wagen“ halten.
Zu den weiteren vortragenden Expert*innen gehören Prof. Dr. Martin Belov (Sofia Universität „St Kliment Ochridski“, Professor für Verfassungsrecht), Prof. Dr. Beatrice Brunhöber (Goethe-Universität, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung), Dr. Laliv Melamed (Goethe-Universität, Postdoktorandin der Clusterinitiative ConTrust am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“), Prof. Dr. Sabine Müller-Mall (TU Dresden, Professorin für Rechts- und Verfassungstheorie mit interdisziplinären Bezügen), Prof. Dr. Sofia Ranchordas (Universität Groningen/LUISS Universität Rom, Professor of Public Law) und Prof. Dr. Emanuel V. Towfigh (EBS Universität, Professor für Öffentliches Recht, Empirische Rechtsforschung und Rechtsökonomik).
Die Ringvorlesung wird veranstaltet von der Forschungsinitiative ConTrust am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und den Frankfurter Gesprächen zum Informationsrecht des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Umweltrecht, Informationsrecht und Verwaltungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Organisiert und konzipiert wurde die Reihe von Prof. Christoph Burchard (Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbunds „Normative Orders“) und Prof. Indra Spiecker gen. Döhmann (Professorin für Öffentliches Recht, Informationsrecht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaft der Goethe-Universität).

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Erste Jahrestagung der Clusterinitiative „Vertrauen und Konflikt“ am 4. November 2021

26. Oktober 2021

Vertrauen wird oftmals als Gegenbegriff zu dem des Konflikts verstanden. Die Forscher*innen der Clusterinitiative „ConTrust: Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ gehen hingegen davon aus, dass sich in modernen Gesellschaften Vertrauen in Konflikten nicht nur bewähren muss und damit gefestigt werden kann, sondern unter bestimmten Bedingungen dort erst entsteht. Zugleich gibt es problematische Dynamiken, in denen Vertrauen in bestimmte Personen oder Parteien Konflikte schürt oder verhärtet. Für ConTrust ergibt sich aus dieser Beobachtung die Aufgabe, die Kontexte von Vertrauen und Konflikt zu beleuchten, um die Bedingungen eines gelungenen Austragens sozialer Konflikte zu bestimmen.

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Über diese Zusammenhänge und die produktive Kraft im Verhältnis von Vertrauen und Konflikt soll auf der ersten Jahrestagung der Clusterinitiative ConTrust am Donnerstag, 4. November 2021, 17.00 Uhr, am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität diskutiert werden. Die Tagung findet als Hybridveranstaltung statt.
Die Tagung beginnt mit einer Begrüßung durch den Präsidenten der Goethe-Universität Prof. Dr. Enrico Schleiff, der hessischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Staatsministerin Angela Dorn und der beiden Co-Sprecher der Clusterinitiative ConTrust Prof. Dr. Nicole Deitelhoff und Prof. Dr. Rainer Forst. Im Anschluss folgt die Keynote „What Kinds of Trust Does Democracy Need?“ von Prof. Mark E. Warren, der online zugeschaltet sein wird.
Den Abschluss des öffentlichen Teils der Tagung bildet ein prominent und international besetzter Roundtable, an dem der Humanwissenschaftler Prof. Dr. Jan Delhey (Magdeburg) und die politische Philosophin Prof. Dr. Sally J. Scholz (Villanova) teilnehmen sowie die PolitikwissenschafterlInnen Dr. Clara Weinhardt (Maastricht) und Prof. Dr. Thomas Biebricher von ConTrust. Moderieren wird der Forschungskoordinator von ConTrust Dr. Tobias Wille.

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